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Innenpolitische Unbeständigkeit:
Die Zeit der 50er & 60er Jahre war eine politisch unruhige Zeit in Thailand. Am 9. November 1947 übernahm eine Militärjunta die Regierungsgewalt. Außer einer kurzen Unterbrechung Anfang 1948 blieb Phibun dann bis 1957 an der Macht. König Rama IX. bestieg am 5. Mai 1950 den Thron. Am 29. November 1951 ergriff eine Gruppe von Armeeoffizieren in einem unblutigen Staatsstreich die Macht und setzte die autoritäre Verfassung von 1932 mit einigen Änderungen wieder ein. Phibun blieb weiterhin Premierminister. Während dieser Zeit wurde eine Freie Thailändische Bewegung, unterstützt von chinesischen Kommunisten und unter dem formellen Vorsitz von Pridi in China gegründet. An der Genfer Konferenz vom April 1954, die den Indochinakrieg vorübergehend beendete, nahmen auch thailändische Vertreter teil. Im September 1954 beteiligte sich Thailand an der Gründung des Südostasienpaktes (Southeast Asia Treaty Organization, SEATO). Im September 1957 wurde Phibuns Regierung durch einen militärischen Staatsstreich unter Führung von Marschall Sarit Thanarat, Oberbefehlshaber der thailändischen Streitkräfte, gestürzt. Im Januar 1958 wurde unter Premierminister Generalleutnant Thanom Kittikachorn eine Koalitionsregierung gebildet. Ein weiterer Staatsstreich, erneut unter Führung von Sarit, stürzte im Oktober 1958 die Regierung von Thanom. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt, das Kriegsrecht verhängt und alle politischen Parteien verboten. Anfang der sechziger Jahre zeigte sich die Regierung zunehmend besorgt über die rasch anwachsende, kommunistische Guerillabewegung im Norden des Landes. Die Zunahme der Terroranschläge war eines der Hauptprobleme, gegen das Thanom, der erneut nach dem Tod Sarits im Dezember 1963 Premierminister wurde, zu kämpfen hatte. Die neue Regierung war ebenfalls sehr beunruhigt über die sich verschlechternde Lage der prowestlichen Regierung im benachbarten Laos und über den Vietnamkrieg ( 1959-1975).
Kampf für die Demokratie:
Auf politischer Ebene leitete die Regierung allmählich die Wiederherstellung der 1958 außer Kraft gesetzten politischen Rechte ein. Im Dezember 1967 fanden seit zehn Jahren zum ersten Mal wieder Kommunalwahlen statt. Im Juni 1968 wurde eine neue Verfassung ausgerufen. Bei den Parlamentswahlen vom Februar 1969 gewann die Vereinigte Thailändische Volkspartei (United Thai People’s party) eine Mehrheit von 75 Sitzen im Repräsentantenhaus. Die größte Gruppe der Opposition, die Demokratische Partei (Democratic Party), erhielt 56 Sitze. Ab 1969 änderten die Vereinigten Staaten ihre Rolle in Südostasien, indem sie allmählich ihre Streitkräfte aus Vietnam abzogen und freundschaftliche Beziehungen zu China aufzunehmen suchten. Aufgrund dieser Entwicklung musste Thailand eine flexiblere Außenpolitik, insbesondere im Hinblick auf China und Vietnam, einschlagen. Im gleichen Zeitraum hatte Thailand weiterhin gegen Guerilla-Aktionen im Norden und entlang der Grenze mit Malaysia zu kämpfen. Der Rückzug der Vereinigten Staaten aus Südostasien hatte einen nachteiligen Effekt auf die thailändische Wirtschaft. Der Niedergang der Wirtschaft und die Guerilla-Angriffe wurden als Vorwand für die Aufstellung einer Militärregierung im November 1971 benutzt. Das Militär, unter Führung von General Thanom, schaffte die Verfassung ab und löste das Parlament auf. Im Dezember 1972 wurde eine neue Verfassung ausgerufen.1973 führte eine Reihe von studentischen Demonstrationen gegen die Militärregierung zum Rücktritt Thanoms im Oktober desselben Jahres und zur Ernennung eines zivilen Kabinetts. Ende 1974 wurde eine neue Verfassung bestätigt und Anfang 1975 eine frei gewählte Regierung gebildet. Eine Regierungsstabilität war jedoch schwer zu erreichen, und auch die neuen Wahlen 1976 änderten daran wenig. Im September desselben Jahres führte die Rückkehr des ehemaligen Premierministers Thanom aus dem Exil in Singapur zu blutigen Auseinander-setzungen zwischen linksgerichteten Studenten und seinen Anhängern aus dem rechten Flügel in Bangkok. Als sich Anfang Oktober die Unruhen im Land weiter ausbreiteten, übernahm eine Gruppe von Angehörigen des Militärs unter Führung von Admiral Sa-ngad Chaloryu die Macht im Land und stellte eine konservative Regierung auf. Ein Jahr später wurde auch diese Regierung von Sa-ngad und seiner Gruppe abgesetzt. Sangad verlangte von einem neuen Kabinett, die Spaltung in der thailändischen Gesellschaft zu überbrücken und die Beziehungen mit den kommunistischen Regierungen der Nachbarländer zu verbessern. Doch im Dezember 1978 wurde eine neue Verfassung verkündet, und im April 1979 wurden Wahlen für ein neues Repräsentantenhaus abgehalten. Die von der Militärführung eingesetzte Regierung blieb jedoch bis zum März 1980 im Amt; anschließend wurde sie durch ein neues Kabinett unter Vorsitz von General Prem Tinsulanonda abgelöst. Aus den Wahlen von 1983 ging General Prem als Vorsitzender einer neuen Koalitionsregierung hervor. Er löste 1986 die Nationalversammlung auf und setzte Neuwahlen an. Ohne die absolute Mehrheit erhalten zu haben, gewann seine Partei die Wahlen, und General Prem bildete erneut eine Koalitionsregierung. Nach den Wahlen im Juli 1988 wurde Chatichai Choonhavan Premierminister. Im Februar 1991 stürzte ihn eine Militärjunta und setzte eine zivile Übergangsregierung ein. Nachdem promilitärische Parteien die Wahlen vom März 1992 gewonnen hatten, wurden Demonstrationen für demokratische Reformen in Bangkok blutig niedergeschlagen. Dabei soll es laut Berichten internationaler Medien mehrere hundert Tote gegeben haben. Bis heute wird in Thailand an der Aufarbeitung der damaligen Tragödie gearbeitet, und die Angehörigen der damaligen Opfer fordern nun die Bestrafung der Verantwortlichen. Die Neuwahlen vom September führten zu einer weiteren Koalitionsregierung mit Chuan Leekpai, einem erfahrenen Politiker, als Premierminister. 1995 stimmte die Mehrheit der Regierung für die Änderung der Verfassung von 1991. Die Gleichberechtigung der Frau wurde offiziell festgesetzt, und das Wahlalter wurde von 20 auf 18 Jahre herabgesetzt.
Auch wenn wie in den 50er und 60er Jahren die 90er unruhig und vom Kampf um Demokratie gezeichnet waren hat sich in Thailand eine Instanz als Integrationfigur bewährt. König Rama IX., eigentlich Bhumibol Aduljadeh, (*1927), der 1946 nach dem bis heute misteriösen Tod seines Bruders der Tron bestieg, trug nach dem Militärputsch von 1991 und den Demonstrationen für die Demokratie von 1992 durch sein persönliches Eingreifen entscheidend zur Wiederherstellung stabiler Verhältnisse bei.Nach dem Ende des Vietnamkrieges und dem damit verbundenen Wegfall des Wirtschaftsfaktors US Soldat, entdeckten die Thais in den 80er und 90er Jahren den Tourismus als Einnahmequelle. Pattaya entwickelte sich vom kleinen Fischerdorf zum bedeutendsten Seebad und Touristenziel in Südostasien. Auch Bangkok hat ein enormes Wachstum hinter sich, mit allen damit verbundenen Problemen. Die Inseln im Süden entwickelten sich ebenfalls zu Touristenmagneten, nicht zuletzt auch durch immer weiter sinkende Flugpreise und einige Kinofilme die die Traumhafte Inselwelt der Bucht von Pang Na (007 James Bond – THE MAN WITH THE GOLDEN GUN) und PIPI ISLAND (THE BEACH mit Leonardo Di Caprio) als Kulisse nutzten. Vor allem Pattaya erlangte den Ruf eines Sündenbabels. In den letzten 3-4 Jahren setzen die örtlichen Behörden allerdings durch Werbung und verstärkte Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen und Kanalisation und Ansiedlung familienfreundlichem Entertainment darauf, vom Schmuddelimage des Pattaya der 80er Jahre wegzukommen. Durch die Wirtschaftskrise in ganz Asien gegen Ende der 90er Jahre wurde auch Thailand schwer gebeutelt. Nur langsam erholt man sich von der damit verbundenen Geldentwertung.Trotz allen Unwegbarkeiten und Problemen: Thailand ist für mich nun schon seit Ende der 80er Jahre eines der faszinierendendsten Urlaubsziele der Welt. Mit seiner vielfältigen Kultur, und seinen überaus gastfreundlichen Menschen bietet es jedem Urlauber eine vergnügliche und erholsame Zeit nach seinem Wünschen und Bedürfnissen. In Punkto Kultur, Essen, Unterhaltung, Sport wird selten in der Welt an einen Ort so vielerlei angeboten wie rund um Bangkok / Pattaya / Hua Hin / Phuket / Chiang Mai / Koh Samui / Krabi usw. (um nur die wichtigsten Ziele in Thailand zu nennen).
Dieser Artikel wurde in wesentlichen Teilen mit freundlicher Genehmigung von www.thailand-info.de übernommen. Dort sind weitere ausführliche Infos zum Thema Budismus / Land & Leute Thailands usw. zu finden. Sollten sich inhaltliche oder sachliche Fehler im Artikel befinden so bitte ich um Nachricht. Ich werde diese umgehend richtigstellen.
TS / 26.7.2004
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